Über die Abteilung

Die Gefäßchirurgische Klinik, die über 38 Betten verfügt, stellt eine seit über 25 Jahren bestehende Spezialabteilung im Krankenhaus Bad Oeynhausen dar. Derzeit werden jährlich über 1.300 Patienten behandelt. Die Klinik ist ein anerkanntes Gefäßzentrum und ist nach DIN EN ISO 9001 : 2000 zertifiziert. Sie zeichnet sich durch ein hochqualifiziertes, fachärztliches Leistungsspektrum und eine zukunftsorientierte Entwicklung der gefäßchirurgischen Versorgung und Strukturen aus. Es werden sämtliche Eingriffe am arteriellen und venösen Gefäßsystem, soweit sie ohne die Zuhilfenahme der Herz-Lungen-Maschine erfolgen können, durchgeführt. Die Gefäßchirurgie hat sich von der rein operativen Behandlung auch auf die Gefäßtherapie mit Kathetertechniken (minimal-invasiv) durch Ballonkatheterdilatation und dem Einbringen von Metallstützen (Stents) und Gefäßendoprothesen erweitert. Die Behandlungsmöglichkeiten der Gefäßchirurgischen Klinik Krankenhaus Bad Oeynhausen umfassen die gesamte operative und interventionelle sowie auch die konservative Therapie von Erkrankungen der Schlagadern und Venen einschließlich physikalisch-krankengymnastischer Maßnahmen (medizinische Trainingstherapie, Lymphdrainagen, Laufbandergometrie, individuelles Gehtraining, Infusionstherapie). Alle Gefäßtherapie-Verfahren liegen in einer Hand des Gefäßchirurgen.
Konventionelle und endovaskuläre Operationsmethoden in der Hand des Gefäßchirurgen bieten dem Patienten extreme Vorteile, dass der Gefäßchirurg nicht nur den interventionellen Eingriff beherrscht, sondern auch für alle Eventualitäten und potentielle Komplikationen gerüstet ist. Dies sollte unabdingbare Voraussetzung und Maßstab für jede invasive Maßnahme sein. Der Patient kann sich sicher sein, dass ihm von dem Gefäßchirurgen immer für ihn beste Methode und immer öfter die Kombination der Beiden (Hybrid) angeboten wird. Das kann nur der Gefäßchirurg die beiden Methoden beherrschen.
Es besteht die volle Weiterbildung im Schwerpunkt „Gefäßchirurgie“ nach der alten Weiterbildungsordnung (3 Jahre). Die Weiterbildung in der Basischirurgie (24 Monate common trunk) zusammen mit Allgemein- und Unfallchirurgischen Kliniken sowie die volle Weiterbildung für den Facharzt Gefäßchirurgie nach der neuen Weiterbildungsordnung (48 Monate) sind beantragt worden.
Hauptarbeitsgebiet der Klinik ist die Behandlung von Arterienaneurysmen (Gefäßerweiterungen) und arteriellen Durchblutungsstörungen (Gefäßverengungen). Besondere Schwerpunkte bilden die rekonstruktiven Operationen (Thrombendarteriektomien mit Patchplastik, Eversionsendarteriektomien) und interventionelles Therapieverfahren (Stenting) an den extrakraniellen hirnversorgenden Arterien zur Schlaganfallprophylaxe, an den supraaortischen Ästen (carotis-subclavia Bypass, Transposition Arteria subclavia), die offene gefäßchirurgische oder endovaskuläre Therapie von Aortenaneurysmen sowie sämtliche Bypassverfahren mit sog. Hybrideingriffen bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit der Becken- und Beinarterien. In enger Zusammenarbeit mit dem Herz- und Diabetes-Zentrum Nordrhein-Westfalen wird das gesamte Spektrum der modernen interdisziplinären Gefäßmedizin bei Diabetikern mit kritischer Beinischämie angeboten. Der besondere Schwerpunkt und Erfahrungen liegen dabei bei differenzierten Therapiestrategien des „Diabetischen Fußes“ unter Anwendung aller gefäßchirurgischen und interventionellen Rekonstruktionen einschließlich crurale und pedale Venenbypässe (Bypass bis zum Fuß unter Einsatz körpereigener Materialien), modernes Wundmanagement sowie Grenzzonen-amputationen (Entfernung von nekrotischem Gewebe am Fuß). Weiterhin nimmt die Gefäßchirurgische Klinik in Zusammenarbeit mit der Kardiologischen Klinik des HDZ durch Bereitstellung der Zugangswege und sog. Debranching der supraaortischen Äste bei der Versorgung von thorakalen Aortenaneurysmen (Brustkorbbereich) aktiv teil.
Zu besonderen Schwerpunkten gehört auch das umfangreiche Gebiet der Dialyseshunt-Chirurgie mit Revisionseingriffen, Kunststoffshunt-Anlage, Dialysekatheterimplantationen sowie aufwendigen Shuntkorrekturen bei Mangeldurchblutung der Hand (Banding, Steppnaht, arterieller Bypass, sog. DRIL- und PRIL-Verfahren) und Shuntaneurysmen.
Zu den weiteren Schwerpunkten der Gefäßchirurgie zählen die operative Behandlung von Krampfadern, die sich durch schonende stadiengerechte Vorgehensweise „mit kleinen Schnitten“ auszeichnet, sowie von Becken- und Beinvenenthrombosen mit Thrombektomien und Lysetherapie, Behandlung der chronischen Wunden (venöse und arterielle Ulcera cruris) angefangen mit radikaler chirurgischer Wundreinigung über modernes Wundmanagement mit Vakuumtherapie bis zur Hautverpflanzung, Implantationen von Herzschrittmachern (in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik I) und von venösen Infusionssystemen (Ports), Therapie von Arterienkompressionssyndromen im Hals- und Schulterbereich (TOS, TIS, Halsrippe, Scalenus-Syndrom), am Bauch (Truncus coeliacus) und Bein (Arteria poplitea, Soleus-Syndrom), lumbale Sympatektomie.
Die Operationen von Krampfadern, Shunt-Neuanlagen, Implantationen von Vorhof- und Portkathetern können nach Wunsch des Patienten ambulant erfolgen. Viele Operationen werden auch in örtlicher oder regionaler Betäubung durchgeführt.
Die notwendigen Voruntersuchungen wie zum Beispiel moderne hochauflösende Ultraschallverfahren, Laufbandergometrie werden von der Gefäßchirurgischen Klinik selbst erbracht. Die weiteren nichtinvasiven diagnostischen Verfahren erfolgen in Zusammenarbeit mit der Angiologie der Medizinischen Klinik I. Neben der invasiven Gefäßdiagnostik (Angiographie, Phlebographie) stehen in Zusammenarbeit mit der Radiologischen Abteilung des Krankenhauses die modernen Röntgenverfahren wie Angio-Computertomographie und Radiologischen Klinik des HDZ die Kernspinangiographie zur Verfügung.
In der Operationsabteilung steht ein moderner Röntgen-C-Bogen für intraoperative Kontroll-Angiographien, Katheter-Angioplastien und Implantationen von Stents sowie Aortenendoprothesen zur Verfügung. Die endovaskulären Verfahren werden als kombinierte Maßnahmen mit operativen Rekonstruktionen (sog. Hybrideingriffe) durchgeführt. Oft lässt sich dadurch das Ausmaß des gefäßchirurgischen Eingriffs deutlich reduzieren oder es kann ein Folgeeingriff vermieden werden. Die sämtlichen interventionellen Rekonstruktionen im OP werden von Gefäßchirurgen selbst durchgeführt.
Eine ganz wesentliche Voraussetzung für eine optimale gefäßchirurgische Versorgung der Patienten ist die eigene Gefäßsprechstunde und die enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen Angiologen, Diabetologen, Fachärzten sowie Dialysepraxen und Hausärzten. Auf eine gute Zusammenarbeit mit allen niedergelassenen Kollegen legen wir einen besonderen Wert. In den Sprechstunden wird mit den Patienten nach ambulanter Diagnostik das weitere Vorgehen, vor allem auch die Operationsindikation, besprochen. Durch Nachuntersuchungen in den Gefäßsprechstunden werden die Behandlungsergebnisse regelmäßig überprüft und drohende Re-Verschlusse rechtzeitig erkannt. In den Gefäßchirurgischen Sprechstunden können sich die Patienten z. Z. auf Überweisung von niedergelassenen Fachärzten nach Terminvereinbarung zur Abklärung von Gefäßerkrankungen vorstellen. Bei Notfällen ist eine Vorstellung in unserer Gefäßchirurgischen Ambulanz jeder Zeit möglich.
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