Über das Projekt
Doppelt hilft besser bei Demenz

Neue Wege bei der Betreuung von Patienten mit Demenz im Krankenhaus Lübbecke
Das Gesundheits- und Pflegewesen wird sich in starkem Maße wandeln. Dies ist maßgeblich in einer veränderten Struktur der Bevölkerung begründet. Nach der 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung wird es vor allem bei den 60-Jährigen und Älteren in den kommenden Jahrzehnten zu einem überproportionalen Anstieg kommen. So werden im Jahr 2030 fast 8 Millionen mehr 60-Jährige und Ältere in Deutschland leben (28,4 Millionen), als im Jahr 2005 (20,5 Millionen). Dies entspricht insgesamt einer Zunahme von gut 38 %.
Verbunden mit dem Zuwachs an älterer Bevölkerung ist die Zunahme medizinisch-pflegerischer Dienstleistungen insgesamt. Das gilt auch für Personen, die von einer demenziellen Erkrankung betroffen sind. Derzeit leben in Deutschland ca. 1,2 Mio. Menschen, die an einer demenziellen Erkrankung leiden. Vor diesem Hintergrund ist von Bedeutung, dass mit den demografischen Veränderungen auch eine deutliche Zunahme der Prävalenz von demenziellen Erkrankungen ausgegangen wird. Krankenhäuser werden also stärker als bisher mit den besonderen Einschränkungen konfrontiert sein, die diese Personengruppe kennzeichnet. Dabei stellen im Krankenhaus nicht nur der Umgang mit demenziell erkrankten Menschen, sondern auch die geriatrischen Behandlungsfelder Multimorbidität, Immobilität sowie Fehl- und Mangelernährung erhöhte pflegefachliche und medizinische Anforderungen an das Personal.
Es herrscht Konsens darüber, dass innovative Konzepte entwickelt und erprobt werden müssen, die eine Optimierung und bessere Integration und Versorgung von demenziell veränderten Personen im Krankenhaus ermöglichen. Das schließt neben konzeptionellen Veränderungen auch notwendige Bildungsmaßnahmen für das Personal mit ein.
Grundlage des Projektes Doppelt hilft besser bei Demenz ist ein von der regionalen Alzheimergesellschaft Leben mit Demenz e.V. vorgelegter Forderungskatalog und eine Angehörigenbefragung über die Versorgungssituation von Menschen mit De-menz in den Krankenhäusern des Kreises Minden-Lübbecke aus Sicht der Angehörigen.
Ins Leben gerufen wurde das Projekt durch Vorstandsvertreter von Leben mit De-menz – Alzheimergesellschaft Kreis Minden-Lübbecke e.V. und der Betriebsleitung des Krankenhauses Lübbecke. Die eingesetzte Facharbeitsgruppe, bestehend aus Angehörigenvertretern sowie Ärzten, Pflegenden und der Sozialarbeiterin des Kran-kenhauses Lübbecke, hat das Projekt konzeptioniert, so dass die Projektumsetzung im Januar 2009 für eine internistische und eine chirurgische Modellstation beginnen konnte. Die Projektphase soll Ende 2010 abgeschlossen sein.
Zur Zielgruppe des Projektes gehören Patienten
• mit der Sekundärdiagnose Demenz
• die im ambulanten Feld leben
• deren Angehörigen sich zur Teilnahme bereit erklären und eine Hauptbe-treuungsperson bzw. Pflegeperson benennen (Teilnahmeerklärung im Bedarfsfall)
Im Projekt werden vier Handlungsfelder (Projektschwerpunkte) bearbeitet:
1. Angehörigenbeteiligung
• Hilfsangebote, Informationsmaterialien für
Angehörige
• Patientenbegleitung (Rooming-in) durch
Angehörige auf den Projektstationen
• Vernetzung mit Institutionen und
Ehrenamtlichen, die an der Pflege,
Betreuung und Beratung für demenziell
erkrankter Menschen beteiligt sind
2. Fachlicher Input
• Gezielte Fort- und Weiterbildungen sollen
die Fachkompetenz der Mitarbeiter erhöhen
3. Aufnahmesteuerung
• Ziel ist es, einen Krankenhausaufenthalt zu
vermeiden oder zumindest die
Aufenthaltsdauer durch eine gute
Vorbereitung zu verringern
(Informationsbogen Patient mit Demenz bei
Aufnahme ins Krankenhaus)
4. Parallele Diagnostik und Therapie von
chirurgisch/internistischer Erkrankung und
Demenz
• Bei Verdacht auf eine Demenz werden für die
Patienten psychiatrisch-neurologische
Konsiliaruntersuchungen erbracht
Wissenschaftlich begleitet wird das von der
Robert Bosch Stiftung geförderte Projekt
vom renommierten Deutschen Institut für
angewandte Pflegeforschung Köln (dip).

In Kooperation mit der Alzheimergesellschaft Kreis Minden-Lübbecke
Mühlenkreiskliniken reagieren auf Patientenbedürfnisse
Zu weiteren MeldungenVirchowstr. 65
32312 Lübbecke
Telefon: 05741 / 35 – 0
Fax: 05741 / 9999
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